20230130 – Komet

Heute nach Mitternacht und frühmorgens hab ich den Kometen Fernglas mehr oder weniger gut gesehen: ein gräulich-grünes Gebilde in der Nahe des Polarsterns.

Zuletzt konnten ihn die Neandertaler bestaunen: Der Komet C/2022 E3 (ZTF) fliegt nach 50.000 Jahren wieder an der Erde vorbei.

Um den Kometen zu sehen, muss der Blick nach Norden gerichtet werden. Dort sind die beiden Sternbilder Großer Wagen und Kassiopeia zu erkennen. Kassiopeia wird auch Himmels-W genannt, da fünf sehr auffällige Sterne wie der Buchstabe „W“ angeordnet sind. Zwischen dem Großen Wagen und dem Himmels-W ist der Komet zu entdecken.

Weshalb heißt der Komet C/2022 E3 (ZTF)?

Früher wurden Kometen nach ihren Entdeckern benannt. Da heute so viele Schweifsterne entdeckt werden, werden sie mittlerweile mit einem codierten Namen getauft. Der aktuelle Komet heißt C/2022 E3 (ZTF).
Das C steht für den Kometentypen. In diesem Fall handelt es sich um einen Kometen mit langer Umlaufdauer. 2022 benennt das Entdeckungsjahr. Das darauffolgende E steht für den Halbmonat, in dem der Komet entdeckt wurde. Die beiden Hälften des Januars sind die Halbmonate A und B, die des Februars C und D, sodass E3 für die erste Märzhälfte steht, in der der Komet der Dritte war, der entdeckt wurde.
Das Kürzel ZTF am Schluss ist das Namenskürzel für das Forschungsprogramm Zwicky Transient Facility am Palomar-Observatorium in den USA, das den Himmel ständig systematisch absucht und neben vielen anderen auch diesen Kometen gefunden hat.

Das Grün der Gashülle um den Kern von C/2022 E3 (ZTF) entsteht vermutlich durch Dikohlenstoff, ein Molekül aus zwei Kohlenstoffatomen. Die grüne Farbe ist deshalb nur nahe des Kometenkerns zu erkennen, weil Dikohlenstoff sehr schnell zerfällt und er deshalb die Region, in der der Schweif sich ausbildet, nicht erreicht. Der Kometenschweif selbst erscheint blass und weiß, zarte Farben lassen sich nur auf Aufnahmen mit Langzeitbelichtung erkennen.

Vorbeiflug an der Erde: „Neandertaler-Komet“ bald zu sehen | tagesschau.de